Zweiter Platz beim diesjährigen bundesweit ausgeschriebenen „Altenpflegepreis 2010"

Das Bethesda-Seniorenzentrum hat sich in diesem Jahr um den „Altenpflegepreis 2010" beworben. Dieser Preis wird einmal jährlich vom größten deutschen Fachverlag „Vincentz-Verlag" im Bereich der Altenpflege ausgelobt. Das Thema in diesem Jahr war:
Freiheit ist Menschrecht!
„Pflegerische Initiativen zur Verhinderung von freiheitsentziehenden Maßnahmen"
Eine hochkarätig besetzte Jury aus Fachleuten der Altenpflege und Wissenschaft hatte die Aufgabe die eingesendeten Konzepte nicht nur zu lesen sondern auch zu bewerten. Das Bethesda-Seniorenzentrum ist sehr stolz hierbei bundesweit den 2. Platz belegt zu haben.
Nach Angaben des Bundesamts für Justiz gab es 1998 etwa 40.300 Fixierungen. Davon waren 38.800 genehmigt. Zehn Jahre später hat sich die Zahl um 145 Prozent erhöht: auf 98.800 Fixierungen, davon waren etwa 91.800 genehmigt.
Häufig finden Fixierungen bei dementiell erkrankten Menschen statt. Die Fixierungen werden häufig mit der Minderung des Sturzrisikos begründet. Studien und Schätzungen gehen von bundesweit ca. 10 % regelmäßig gurtfixierten Menschen in Altenheimen aus, wobei der Anteil der Menschen, die durch andere Maßnahmen fixiert werden um ein vielfaches höher ist - bis zu 40 %. Hier sind insbesondere Bettgitter, Therapietische vor Rollstühlen, Rollstuhlgurte und medikamentöse Sedierungen zu nennen.
Schon seit Jahren befassen sich mehrere Projektgruppen im Bethesda mit dem Ziel auf Fixierungen verzichten zu können, denn es gibt keinen größeren Einschnitt in die persönliche Freiheit eines Menschen, als ihn mit mechanischen Mitteln zu fixieren.
Die Mitarbeiter der Projektgruppen und das Leitungsteam Christa Brune und Reinhard van Loh haben ein Konzept entwickelt, das dazu geführt hat, dass in den letzten 6 Jahren komplett auf fast jegliche Fixierung bei den Bewohnern im Seniorenzentrum verzichtet werden konnte. Es wurden diverse technische Hilfsmittel angeschafft wie z.B. Niedrigbetten, Kontaktmatten, RCN Walker, Trippelrollstühle, Hüftprotektoren der neuesten Generation und vieles mehr. Die Mitarbeiter wurden im Umgang hiermit entsprechend geschult. Auch weiterführende Schulungen wie die „Integrative Validation nach Nicole Richards" oder das kinästhetische Arbeitsprinzip sowie alternative Pflegeformen werden regelmäßig angeboten und ständig vertieft. Zurzeit wird das Konzept bei vielen Tagungen vorgestellt und findet große Beachtung in der deutschen Pflegelandschaft.
Hier finden Sie unser Infoblatt für Angehörige!
Die Auszeichnung mit dem zweiten Platz beim „Altenpflegepreis 2010" ist eine tolle Bestätigung für die Bemühungen in der täglichen Arbeit aller Mitarbeiter / Innen des Seniorenzentrums.
Für die Projektgruppen und das gesamte Team
Christa Brune
Pflegedienstleitung
Reinhard van Loh
Einrichtungsleitung
